Sonntag, 10. April 2016

Campus Galli: Offener Brief an den Geschäftsführer Hannes Napierala

Werter Herr Napierala,

kürzlich durfte ich mir ein Radiointerview zu Gemüte führen, in dem Sie keck behaupteten, die Kritiker der Mittelalter-Baustelle Campus Galli seien überwiegend Laien, die das Wesen der Experimentalarchäologie nicht begriffen hätten. Dass allerdings auch Sie ein experimentalarchäologischer Laie sind, scheinen Sie in einem Anflug von Selbstüberschätzung völlig übersehen zu haben. Oder halten Sie sich - nach nur eineinhalb Jahren beim wissenschaftlich schlecht beleumundeten Campus Galli - wirklich schon für einen Fachmann auf dem Gebiet der Experimentellen Archäologie?
Haben Sie vergessen, dass Sie in Ihrer kurzen 'Amtszeit' als Geschäftsführer bereits für den Einsturz eines behördlich nicht genehmigten Schuppens die Verantwortung tragen - und diesen Unfall mit einem Verletzten, entgegen den gesetzlichen Bestimmungen, nicht den zuständigen Stellen meldeten? Sieht so die Kompetenz aus, für die Sie persönlich stehen?

Der fadenscheinige Versuch, die zahlreichen Kritiker Ihres schludrig umgesetzten Bauprojekts grosso modo als experimentalarchäologische “Laien” abzuqualifizieren ist nicht nur aufgrund Ihrer eigenen Unfähigkeit lächerlich, sondern auch deshalb, weil überhaupt kein Studium mit der Bezeichnung "Experimentalarchäologie" existiert. Dementsprechend gehen seit jeher ausschließlich 'Laien', die quasi in einem fremden Fachgebiet wildern, dieser Tätigkeit nach. Etliche dieser Menschen, die beispielsweise im Kommentarbereich meines Blogs den Campus Galli aus guten Gründen kritisieren, haben sich im Laufe vieler Jahre ein Maß an Erfahrung erarbeitet, von dem Sie und Ihr sogenannter Beirat - diese träge Phalanx aus Buchwissenschaftlern - nur träumen können. Ihr zunehmend hektisches Herumwedeln mit irgendwelchen abgegriffenen Autoritätsargumenten kann über dieses Faktum schwerlich hinwegtäuschen. Vielmehr beleidigen Sie damit nicht nur die Kritiker des Campus Galli, sondern auch die aus 'Laien' bestehende Living-History-Gemeinde, welche unzweifelhaft einen nennenswerten Beitrag zur experimentalarchäologischen Forschung leistet.

In Ihrem Interview meinen Sie belehrend, experimentelle Archäologie ziele primär auf die Erforschung von Prozessen ab. Als Beispiel nennen Sie die einzelnen Schritte, die für die Herstellung eines Rundschildes nötig sind - angefangen beim Fällen des Baumes.
Hier verschweigen Sie natürlich frech, dass der Campus Galli ausgerechnet in seinem Kernbereich - nämlich dem Bauen - besagte Arbeitsprozesse keinesfalls lückenlos nachvollzieht. Oder brechen Ihre Handwerker neuerdings das Steinmaterial selbst aus den Lagerstätten und transportieren es zum Bauplatz? Wohl nicht. Vielmehr verlässt man sich auf die maschinelle Arbeitsleistung Dritter. Wenn Sie nun aber einzelne Parameter eines Experiments nach Gutdünken verändern, dann schmilzt der angestrebte Erkenntnisgewinn schneller zusammen als Ihre (überschaubare) wissenschaftliche Reputation. 

Sie operieren nach dem Motto: Mit der halben Wahrheit mogelt man am besten. Daher posten Sie bei Facebook ganz gezielt Fotos, die Ihre Angestellten bei der manuellen Gartenarbeit zeigen, verschweigen aber den ebenfalls zum Einsatz kommenden Traktor tunlichst. Nachdem Sie deshalb öffentlich bloßgestellt wurden, versuchten Sie sich in vollkommen lächerlicher Weise aus der Affäre zu ziehen, indem Sie behaupteten, Garten und Äcker wären doch gar nicht Teil des Projekts. 
Ja was, mein Herr, ist der Landwirtschaftsbereich dann? Gehört er etwa nicht zur sogenannten "Klosterstadt"? Wo wird diesbezüglich in Ihren Broschüren oder auf Ihrer Internetseite eine Differenzierung vorgenommen? Und wieso erzählt Ihre Agrarbiologin, es kämen nur mittelalterliche Arbeitsmethoden zum Einsatz? Klammert ausgerechnet sie die Landwirtschaft samt Traktor aus und bezieht sich einzig und alleine auf die Baustelle, die doch gar nicht zu ihrem Tätigkeitsbereich zählt? Merken Sie nicht, in welchen Wirbel Sie und Ihre Mitarbeiter sich hineinreden? 
Durch das Unterschlagen unbequemer Tatsachen wecken Sie bei Besuchern falsche Erwartungen und nehmen Missinterpretationen ganz bewusst in Kauf, sofern diese dem Campus Galli nützen. Dieses Gebaren ist unseriös und Sie sollten sich dafür schämen.

Noch ein Wort zum letzten großen Märchen, das Sie in Ihrem Radiointerview zum Besten gaben: Aufgrund (nebulöser) behördlicher Auflagen sei die Mittelalterbaustelle Campus Galli dazu verpflichtet, moderne Kunststoffseile zu verwenden.
Nun, diesen Unsinn können sie bestenfalls den merkbefreiten Lohnschreibern Ihrer lokalen Pinocchio-Medien weismachen. Wenn Sie nicht völlig ahnungslos sind, dann ist Ihnen nämlich bekannt, dass es im Handel EN/DIN-konforme Hanfseile gibt, die eine mehr als ausreichende Tragkraft für Ihren vitruvschen Baukran mitbringen. 
Im Übrigen ist es außerordentlich dreist von Ihnen, den Begriff UV-Beständigkeit in den Raum zu stellen und es rhetorisch geschickt so zu drehen, als ob es sich hierbei um ein Kriterium handle, das für die Verwendung von Kunsstoffseilen spricht. In Wahrheit weisen aber gerade sie eine schlechte UV-Beständigkeit auf - verglichen mit Seilen aus Naturfasern bzw. Hanf. 
Geben Sie doch einfach zu, dass es zum wiederholten Male vor allem wirtschaftliche und praktische Erwägungen waren, die zu einem Verzicht auf historisch korrekte Materialien führten. Sie haben ja ohnehin nichts mehr zu verlieren, denn ist der Ruf erst ruiniert,...

Abschließend räumten Sie in Ihrem Interview sinngemäß ein, dass die Konzeption des Campus Galli von völlig Ahnungslosen durchgeführt wurde; deshalb sei auch die für das Kloster veranschlagte Bauzeit von 40 Jahren nicht mehr realistisch. Freilich, vor dieser Entwicklung wurden die Verantwortlichen schon in der Planungsphase eindringlich gewarnt. Und ich prophezeie Ihnen hier und heute überdies, dass der Campus Galli auch ab dem Jahr 2018 keinesfalls ohne Zuschüsse wird auskommen können. Sämtliche anderslautenden Prognosen werden sich als Bogus und billige Zeitschinderei entpuppen - daran besteht mittlerweile so gut wie kein Zweifel.
Was aber werden Sie dann machen? Neue Versprechen abgeben, in der Hoffnung, dass man Sie auf Kosten des Steuerzahlers eine weitere Runde drehen lässt? 

—————–

SWR-Radiointerview mit Hannes Napierala vom 01. April 2016: Teil 1Teil 2

—————–


Verwandte Blog-Beiträge:
18. November 2013: Geurtens Mund, tut Nonsens kund
15. Jänner 2014: Bund der Steuerzahler kritisiert Campus Galli
22. April 2014: Die  Zahlenmagier vom Campus Galli
29. April 2014: Der Campus Galli - Ein pseudowissenschaftliches Laientheater
02. Juni 2014: Campus Galli: The show must go on!
04. August 2014: Hannes Napierala - Der neue Geschäftsführer des Campus Galli
10. September 2014: Der Campus Galli ist kein wissenschaftliches, sondern ein touristisches Projekt!
12. Dezember 2014: Der Campus Galli und seine Mittelalterversteher - Ein Fass ohne Boden
26. Jänner 2015: Gastbeitrag von Hannes Napierala: Zum Selbstverständnis des Projekts Campus Galli
30. Jänner 2015: Campus Galli: Nachbetrachtungen und neuer Unsinn von einem alten Bekannten
23. März 2015: Des Klosters neue Kleider - außen hui, innen pfui
12. Oktober 2015: Das potemkinsche Dorf Campus Galli - Ein kritischer Jahresrückblick
25. Oktober 2015: Weltsensation - Campus Galli rekonstruiert mittelalterlichen Traktor!
01. November 2015: Kauf dir ein paar Kritiker: Die fragwürdigen Jobangebote des Campus Galli
10. April 2016: Campus Galli: Offener Brief an den Geschäftsführer Hannes Napierala
28. August 2016: Der Campus Galli - Ein tolldreistes Medienmärchen
20. November 2016: Finanzmarode Mittelalter-Baustelle Campus Galli wird Prognosen wieder nicht erreichen!
19. Mai 2017: Chronik des Campus Galli 2017 - Von "Mohamedanern" und lässig verteiltem Steuergeld

Alle meine Beiträge über den Campus Galli - inkl. der hier nicht gelisteten Kurzmeldungen

Externe Beiträge und Artikel:

Karfunkel: Causa Galli - Was ist los am Bodensee? - OFFLINE
Aachener Zeitung: Dunkle Wolken über der Klosterstadt - Klick mich
Bund der Steuerzahler: Kommt die Kloster-Katastrophe? - OFFLINE
Zollern-Alb-Kurier: Meßkirch muss nachschießen - OFFLINE
Tribur.de (Geschichte und so Zeugs):  Die Akte Campus Galli - Klick mich
Agis kritischer Bildbericht vom Campus Galli: Klick mich
Tribur.de (Geschichte und so Zeugs): Spiegel Geschichte und der Campus Galli - Klick mich
Mittelalter-Stadt "Campus Galli" - Weniger Besucher, mehr Kritik: Klick mich

31 Kommentare

  1. Blöd für den Napierala, immer wieder muss er sich aufgrunde der Enthüllungen in diesem Blog vor Journalisten rechtfertigen. Kein Wunder, dass er Hiltibold (vergeblich) einen Posten als Berater angeboten hat, um ihn so zum Schweigen zu bringen.

    Grüßle,
    Maria

    AntwortenLöschen
  2. Hat dieses Projekt überhaupt noch eine realistische Zukunft?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn die Stadt Meßkirch weiter Geld sprudeln lässt, dann wird uns der Campus Galli sicher noch einige Jahre erhalten bleiben.
      In wissenschaftlicher Hinsicht darf man sich aber auch weiterhin nicht viel erwarten. Ich gebe diesbezüglich nicht dem Geschäftsführer die Hauptschuld, vielmehr krankt das gesamte Konzept von vorne bis hinten. Personal, Standort, Finanzen - lauter Fehlentscheidungen des Projekterfinders, die man bis heute mit sich herumschleppt.

      Löschen
  3. Dem Campus Galli kann ich beim besten Willen keine positive Bewertung angedeihen lassen. Das Konzept ist konturlos und lässt jeden Ehrgeiz vermissen. Gesetzliche Regelungen mögen teilweise ein Hemmnis sein, sollten aber nicht als floskelhafte Ausrede dienen.
    Im Interview wird erklärt, dass die Projekt-Finanzierung durch die Stadt Messkirch vor allem auf dem Hintergedanken der Tourismusförderung beruht. Das spiegelt sich mMn im fragwürdigen Zugang wieder, den die Projektleitung zur Experimentellen Archäologie an den Tag legt. Aus wissenschaftlicher und didaktischer Sicht handelt es sich beim Campus Galli um ein entbehrliches Vorhaben. Viele kleine Geschichtsvereine leisten mit einem Bruchteil an Zuschüssen weitaus sinnvollere Arbeit.

    AntwortenLöschen
  4. Was dort betrieben wird ist keine Experimentalarchäologie sondern Cargo-Kult, also das Nachäffen ohne viel Sinn und Verstand.
    Die Kompetenz der Betreibsleitung erschöpft sich vermutlich im Löschen von nicht genehmen Rezensionen auf Facebook und einem Reiseportal.
    QX

    AntwortenLöschen
  5. Ich komme aus der Region und habe den CG kurz nach Saisonbeginn besucht. Mein Empfinden dieses Besuches war nur Enttäuschung. Scheinbar war es nicht möglich den ausgewaschenen parkplatz ein bisschen aufschottern zu lassen. Wäre kein Problem wenn der Rest dann wenigstens passen würde. Tut er aber nicht. Von der Neugestaltung des Eingangsbereichs, die längst überfällig war, habe ich mir mehr erhofft. Nun ist es kein Baucontainer look mehr sondern steriler Blockhütten look. Was ist so schwer daran den Eingangsbereich so zu gestalten das er zumindest etwas ins Konzept passt. Das muss selbst mit wenigen Mitteln möglich sein. Der Neue Museumsshop ist im Endeffekt genau wie der Alte nur in neuem Look. Vom Angebot und Inhalt finde ich ihn nicht wirklich überzeugend. Es wirkt wie ein Sammelsurium verschiedenster Dinge die etwas mit CG zu tun haben könnten ein bisschen Souvenirs und Kiosk. Null Flair nichts was mich anspricht oder mir Interesse macht mich länder als eine Minute damit zu beschäftigen. Zum Thema Kiosk oder Getränke die Im Museumsshop verkauft werden. Ist es wirklich so schwer noch andere Getränke wie Sprudel und Bier zu haben. Hat dieses wahnsinnig eingeschränkte Angebot was mit dem Mittelalter und der Darstellung des selbigen zu tun, oder gibt es überhaupt einen logischen Grund dafür. Sowieso das neben dem Getränkeschrank eine vollbestückte Truhe mit allen möglichen Eissorten steht. Also Eis geht Getränke nicht. Vielleicht mag das überzogen wirken allerdings wenn sie Touristen damit ansprechen möchten ist das doch nicht so unwichtig. Nun gibt/gab es ja auf dem Schotterweg zu CG diese Steine mit den Namen der Förderer. Erst wurden diese letztes Jahr aus den Weg wieder entfernt und einfach am Eingangsbereich aufsortiert hingelegt, um nun wieder in den Weg eingearbeitet zu werden. Mir ist der Sinn dieser Maßnahme nicht klar, klar scheint nur das dafür Zeit und Mittel vorhanden zu sein schein. Nun läuft man diesen Weg zum eigentliche Beginn von CG der ja im Wald liegt.

    AntwortenLöschen
  6. Man sieht nun ein paar Leute im Landwirtschaftsbereich, der genau geradeaus vom Weg in den CG liegt, herumlaufen. Wenn man in den Wald hereinkommt kommt man als erstes zu der Stelle wo ein Lehmofen aufgebaut wurde und der letztes Jahr noch wie ein Rastplatz mit Zeltplanen Überdachung gestaltet war. Nun jetzt sieht das ganze irgendwie trostlos aus. Niemand ist dort, an den Lehmofen der auf einem Steinsockel erbaut wurde ist eine Bank angebunden, der Grund dafür ist wieder einmal nicht ersichtlich. Das ganze sieht nur absolut lieblos und verwahrlost aus. In den Büschen sieht man eine Wasserleitung aus dem Boden ragen und einen blauen Sack. Vielelicht könnte man das besser tarnen oder den Platz einfach aufräumen und ein kleines bisschen einladender machen. Nun kommt man zum Eingangschild des CG dort ist auch die Station eines Handwerkers, diese Station ist eine der besten. Und gar nicht vom CG gemacht. Diese beiden Hütten der ersten Station sind aus der Schweiz wo sie wohl wegen irgendeines Festes,Show um den Klosterplan gebaut wurden, und danach zum CG gebracht. Was sonst in diesem Bereich auffält ist das das Plakat auf dem der Kosterplan abgebildet war gewechselt wurde. War es früher eine klare Zeichnung des Plans die man leicht verstehen konnte, ist es jetzt ein Abbild des Original Plans wo man leider nicht wirklich viel versteht. Nun beginnt ja auch der spannende Rundweg wie in einem Mittelalter Themenpark(vielleicht sollte CG mal definieren was sie sind, alles und nichts ist keine geeignete Definition um Leute zu überzeugen). Nun kommt also Station 2( ich mache die Beschreibung wie ich es empfunden habe nach den Staionen im Rundweg) der Hühnerstall der ebensfalls verwahrlost und verwaist wirkt.

    AntwortenLöschen
  7. Von den Hühnern keine Spur schade es ist immer so spannend wenn sie zwischen einem rumlaufen. Als nächstes kommt man zu Station 3 dem Korbmacher da hat sich nicht viel geändert. Ehrlich gesagt finde ich diese Station gut gemacht und das Flechtwerk wirkt wirklich gut. Station 4 ist die Lehmgrube, diese war unbesetzt und es sah auch nicht aus als würde dort gearbeitet. Staion 5 ist die Schmiede. Das alte Gebäude wurde abgerissen wohl aufgrund der extremen Undichtigkeit des Daches. Habe ich einmal sogar miterlebt unter dem Dach war eine Plane gespannt sonst wäre die ganze Schmiede überflutet worden. Nun ist diese Gebäude abgerissen und ein neues wird gebaut. Der Schmied macht das wohl mit ein paar anderen selbst. Soweit ich das mitbekommen haben soll es wieder ein Dach mit Begrünung geben. Das Gebäude selbst scheint mir massiver wie das letzte errichtet zu werden. Währrend ich dort war wurde am Dach gearbeit. Scheinbar ist es aufgrund der Arbeitsicherheit nötig Arbeitschuhe zu tragen und Synthetik Seile zu benutzten, jedweder anderer Arbeitschutz scheint nicht von Nöten. Ansonsten fehlt mir die Kenntnis um weiteres über die Bauweisse der neuen Schmiede sagen zu können. Station 8 der Drechsler war relativ gut und fand ich spannend bei dieser Arbeit zu zu sehen. Station 9 sind die Ziegen das wirkte alles ordentlich. Staion 10 sind die Wildschweine auch denen geht es gut. Insgesamt finde ich die Staionen 8-10 als die besseren.

    AntwortenLöschen
  8. Station 11 der Seilbinder war nicht da deshalb kann ich dazu nicht viel sagen. Staion 12 der Besenmacher wirkte gut nur fehlten mir hier wie auch sonst überall Informationen. Wieso ist es eigentlich nicht möglich endlich mal an jeder Station Tafeln mit Erklärungen anzubringen das würde dem Besucher entgegenkommen die Mitarbeiter entlasten und das ganze auch professioneller wirken lassen. Station 14 war die Wollverabeitung das war spannend und informativ, die Frauen dort waren nett und konnten gut über das berichten was sie tun( leider kein Standart). Genauso war es bei Station 15 der Färberin( obwohl mich ja interessiert wie viel der gefärbeten Wolle schon zu irgendwas verwendet wurde auf dem CG). Staion 16 ist die im Bau befindliche Scheune Nun gut bis jetzt scheint dort Platz gemacht worden zu sein ansonsten steht dort immer noch so eine Pfosten Konstruktion mit darüber gespannter Zeltplane. Daneben ist in einer Grube ein Lehmofen der ein bisschen mitgenommen oder ungepflegt wirkt( so wirkt irgenwie vieles). Nun Station 17 der Marktplatz. Ansich nicht schlecht. Zumindest in der Theorie. In der Praxis Na Ja. Das Essen was dort verkauft wird braucht keine Beschreibung. Nur soviel auch Dinnete machen ist eine Kunst, die scheinbar schwierig ist. Auch hier ist die Getränke auswahl gigantisch. Wer das Apfelschorle und den Sprudel nicht mag der hat Pech gehabt. Staion 18 ist der Abbundplatz der wird gut gemacht. Staion 19 sind die Steinmetzte das wirkt alles gut und ordentlich.

    AntwortenLöschen
  9. Station 20 ist die Holzkirche die dieses Jahr wohl einen Boden und Wände bekommen soll. Es ist ansich beeindruckend dieses Gebäude. Für Besucher ist eine Absperrung errichtet worden davor sind Bänke gestellt. Nette Idee nur leider sieht man durch die Hälfte vom Gestrüpp nicht. Über die bauliche Seite dieser Kirche kann ich nichts sagen da ich kein Handwerker oder Statiker bin. Allerdings erinnert mich die Holzkirche an eine Begegnung auf dem CG an besagtem Tag wo ich mich fragte ob ich nicht im Karneval bin. Ein Mitarbeiter im Dunklen Gewand lief auf dem Weg mit einem Stock der oben eine Kugel hatte und auf dieser Kugel war ein Kreuz er trug auch eine Kreuzkette aus Holz. Was soll das darstellen einen Geistlichen, Comedy( nein das ist der ganze CG eh schon), sinn und Zweck erschließt sich mir nicht, zum Schmunzeln wars aber gut. Station 21 sind die Ochsen die auf ihrer Weide waren und dem Treiben zugechaut haben. Staion 22 ist der Gemüsegarten ohne jede Beschreibung wenn mal kein Mitarbeiter rumläuft hat man also Pech gehabt. Dann wird auf dem Bereich des Ackers jetzt eine sogenannte Hylbe angelegt die zum Sammeln des Wassers dienen soll. Wie genau das später funktionieren soll oder was damit später gemacht wird konnten die Mitarbeiter nicht erklären.

    AntwortenLöschen
  10. Wo wir beim Thema Mitarbeiter wären. Diese mögen ja nett sein. Nett sein reicht allerdings nicht aus um kompetente leicht verständliche Antworten zu liefern. Auch hier würden Tafeln und von der Leitung in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsbeirat konzipierte Absprachen und Vorgaben helfen. Scheint es irgendwie nicht zu geben. Jeder erzählt eben das was ihm gerade einfällt oder hat sich seinen eigenen Text zugelegt. So kommt es das man an ein und derselben Station 2 verschieden Antworten auf dieselbe Frage bekommt. In der nähe der Scheune wird eine Mauer gebaut die wohl angeblich zum Friedhof gehören soll. Die Mauer wirkt angefangen und dann stehen gelassen. Daneben soll ein Obstgarten entstehen, der bis jetzt nicht zu erahnen ist. Meine Kritik mag überzogen wirken und zugegeben teilweise ziemlich scharf, doch habe ich versucht nirgends zu übertreiben. Natürlich ist alles was ich geschrieben habe meine subjektive Meinung und ich erhebe keinen Anspruch diese Meinung zu teilen. Doch mein persönliches Fazit des CG ist enttäuschend. Ich verfolge dieses Projekt von Anfang an. Es fehlt an Fortschritt. Damit ist nicht der bauliche Fortschritt gemeint sondern der organisatorische, die Abläufe, die Präsentation das scheint sich nciht weiter zu entwickeln. Was will CG sein. Tourismus dazu gehört mehr wie 9€ Eintritt und ein Rundweg durchs Mittelalter bei dem man Glück haben muss und eine guten Tag erwischen muss um wirklich Infos zu bekommen, eine sogenannte Küche die dieses Wort nicht verdient, wie will man so Touristen ansprechen. Wissenschaft, die scheibar nicht im Entferntesten stattfindet mit einem Beirat den es wohl am ehesten auf dem papier gibt. Beides ja das kann sein dazu gehört allerdings ein klares Konzept sowie Organisation und Enthusiamus. Dieses Jahr werde ich mir überlegen nochmal hinzugehen für Wissenschaft ist der Info Gehalt zu gering für Tourismus zu langweilig aufbereitet und ohne passende Rahmenbedingungen. Mit jeder Saison glaube ich weniger an dieses Projekt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deinen detaillierten Erfahrungsbericht. Er deckt sich stark mit den Schilderungen anderer Gäste des Campus Galli aus den vergangenen drei Jahren. Klare Fortschritt - beim Bau und der Präsentation - gibt es demnach nicht.

      Löschen
    2. Die Tiere fand ich bei meinem Besuch vor zwei Jahren auch noch am spannendsten. Damals war das Personal aber nur teilweise freundlich. Der Schindelmacher war mürrisch und kurzangebunden. Und ein Vollbartträger hatte scheinbar ein Schweigegelübte abgelegt, weil er auf die Frage meiner Schwester nicht reagiert hat. Vielleicht war er auch nur taub, wer weiß das schon. Mich wundert aber, dass es die Baustelle überhaupt noch gibt. Hätte nicht gedacht, dass man länger als drei Jahre durchhält. Gabi H.

      Löschen
  11. Über drei Jahre gibt es Campus Galli . Welche bisher noch unbekannten wissenschaftlichen Erkenntnisse konnten in dieser Zeit erbracht werden? Soweit ich weiß keine. Das einzige nennenswerte Experiment, der Glockenguss, ist im Vorjahr misslungen. Ich habe selbst Erfahrungen mit historischen Metallgussverfahren im Laufe meines beruflichen Lebens gemacht und weiß deshalb nur zu gut , dass immer etwas schiefgehen kann, auch wenn man sich noch so sehr vorbereitet. Aber bei Campus Galli hat man wegen mangelnder Konzentration gepatzt. Nicht sehr professionell. Und solche Leute wollen unsereins erklären, was Experimentelle Archäologie ist?

    Gero

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. --- verschoben ---

      Der Glockenguß war auch kein richtiges Experiment. Bei einem Experiment wird zuerst definiert, was man denn ausprobieren will und was man erwartet (Hypothese). Die Versuchsanordnung wird auch definiert. Dann erst wird das Experiment durchgeführt, Daten gesammelt und anschließend das Ergebnis mit der Hypothese verglichen. "Wir versuchen mal xyz" ist kein Experiment.

      - Exilwikingerin -

      Löschen
    2. Und nicht zu vergessen, dass die Besucher ausgesperrt waren, nachdem bereits zwei Termine kurzfristig wegen unpassendem Wetter abgesagt werden mussten. Hätte man es den Kritikern nicht auf Teufel komm raus zeigen wollen, dann wäre es klüger gewesen, die Glocke erst dann zu gießen, wenn man über eine adäquate Werkstatt verfügt, in der witterungsunabhängiger gearbeitet werden kann.

      Löschen
    3. Kritik an der mangelnden Experimentalarchäologie klingt auch in einem Beitrag des SWR aus dem vergangene November deutlich durch!
      http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/tuebingen/mittelalterliche-klosterstadt-campus-galli/-/id=1602/did=16413818/nid=1602/1cqd6dz/index.html

      Und was redet der Napierala da von " widersprüchlichen Quellen", die Kleidung auf dem Campus Galli betreffend?

      Grüßle,
      Maria

      Löschen
    4. Die widersprüchlichen Quellen beziehen sich wohl auf dieses hübsche Büchlein, in dem angeblich nur weiße Leinenkleidung abgebildet ist und das als Hauptquelle vom CG herangezogen wird: http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/csg/0022
      Im Gegensatz dazu ist ja der Stuttgarter Psalter kleidungstechnisch sehr bunt gestaltet. Wenn man dann noch den Uttrecht-Psalter heranzieht. Kein Wunder, dass man dann überfordert ist. ;)

      Löschen
    5. Genau, er meint ernsthaft, dass sich die ungefärbte Leinenkleidung - die beim Campus Galli bekanntlich Standard ist - durch Darstellungen im Goldenen Psalter von St. Gallen als typisch frühmittelalterliche Arbeitskleidung belegen ließe. Was er dabei übersehen hat: Diese Darstellungen sind durchaus farbig akzentuiert worden, nur dass die Farbe im Laufe der Zeit stark verblasste und heute stellenweise kaum noch erkennbar ist.
      Außerdem belegen mehrere frühmittelalterliche Texte - wie etwa Einhards Vita Karls des Großen - dass Leinen gefärbt wurde. Nicht zu vergessen archäologische Funde/Befunde, die das untermauern (z.B. Funde im alamannischen Gräberfeld von Oberflacht).
      Demzufolge kennt man beim Campus Galli entweder die Quellen nicht besonders gut - oder man versucht absichtlich, diese den eigenen Anforderungen entsprechend hinzubiegen. Ähnlich ist man auch bei der gerade in Bau befindlichen Holzkirche vorgegangen.

      Löschen
    6. Ich spine das mal etwas weiter. Ich warte dann darauf, daß es auf dem CG einen zinnoberroten Ochsen zu sehen gibt. Das wäre nämlich die authentische karolingische Farbe, siehe die Abbildung auf S. 63.
      Ebenso erwarte ich, daß die Bauarbeiter am CG auf kleinen Wolken um die Holzkirche herumschweben (Marty McFly im 9. Jahrhundert?), wie zu sehen auf S. 64. Überhaupt waren laut diesem Psalter Zinnoberrot und Grün die einzigen in der Karolingerzeit bekannten Farben ....

      - Exilwikingerin -

      Löschen
    7. So ein grünes Pferd wie auf Seite 140 hätte allerdings auch was. :D

      Löschen
  12. Habe ich das richtig aus dem Interview herausgehört, dass offene Feuer wissentlich unbeaufsichtigt gelassen und somit deren Ausbreitung in Kauf genommen werden? Anders kann ich es mir kaum erklären, wieso für den Besucher die Notwendigkeit bestehen sollte, zu wissen wo sich die Feuerlöscher befinden....

    AntwortenLöschen
  13. Na ja, die Aussage von Geschäftsführer Napierala, dass es in der Experimentellen Archäologie auf das Endergebnis weniger ankommt, sondern vor allem auf den Weg, wäre ja wohl nur dann zutreffend, wenn es sich beim Campus Galli nicht um einen Besichtigungsbetrieb handeln würde. Konkret denke ich dabei z B an den von Hiltibold schon einmal angesprochenen Kräutergarten, der nicht den Quellen des 9. Jahrhunderts entspricht und den Gästen deshalb einen historisch falschen Eindruck vermittelt. Sogar auf der eigenen Internetseite wird das nach einem dort geposteten Kommentar nicht abgestritten. Und natürlich ist ein den Quellen widersprechendes Ergebnis meist auch ein Indikator für Fehler beim Arbeitsprozess selbst. So einfach kann man hier nicht trennen! Außerdem ist nicht erkennbar, wo beim Campus Galli überhaupt Experimentelle Archäologie betrieben wird. Die Belebung alten Handwerks, z B mittelalterliches Töpfern, zählt nicht dazu. So etwas wurd schon seit Jahrzehnten praktiziert, neue Erkenntnisse sind schon lange nicht mehr zu erwarten. Auch das Bauen mittelaltelricher Gebäude ist für die Forschung ein alter Hut.
    Was beim Campus Galli gemacht wird gehört deshalb in die reine Living-History-Schiene. Was bleibt ist ein Besichtigungsbetrieb der altes Handwerk vorführt, aber keine ernstzunehmende Wissenschaft betreibt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es ist noch nicht mal Living History, und es schadet dem Ansehen dieser Form der Geschichtsvermittlung massiv.
      - Fränkin -

      Löschen
  14. So kann man auch über den Campus Galli berichten: https://www.youtube.com/watch?v=Xro-rX2kpxo

    Insider

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, absolut seriöser, kritischer Qualitätsjournalismus.

      Löschen
    2. Sehr schön der Kommentar unter dem Beitrag *feix*
      - Fränkin -

      Löschen
  15. Findet irgendwo eine adäquate Dokumentation der Arbeiten statt? Die Informationen auf der Internetseite des Projekts erscheinen mir nämlich etwas dürftig.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Diese Frage taucht immer wieder auf. Neben der kaum gepflegten Homepage gibt es noch die ebenfalls vernachlässigte Facebook-Seite. Nicht zu vergessen die einmal jährlich erscheinende Chronik, ein dünnes Heftchen, das nur wenig Konkretes vom Bau enthält.

      Löschen
  16. http://riedmiller-foto.de/26903/bodensee-konstanz-meersburg-radolfzell/
    Ein Erfahrungsbericht über das Mittelalter am Bodensee.
    P.H.

    AntwortenLöschen

A C H T U N G ! 1. Bitte anonyme Kommentare mit einem (originellen) Pseudonym unterzeichnen - falls keine sonstige Authentifizierung, z.B. mittels Google-Konto oder OpenID, erfolgt! Mehr als ein nicht unterzeichneter Beitrag pro Thread wird aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht freigeschalten! 2. Wir duzen uns hier.